Rooting for Earth ist ein ökozentrischer Sensing Tank, der erforscht, wie Menschen mit der mehr-als-menschlichen Welt kommunizieren, zusammenarbeiten und gemeinsam gestalten können. Der Ausgangspunkt ist grundlegend: Das menschzentrierte Paradigma hat seine Grenzen erreicht.
Viele der ökologischen, sozialen und kulturellen Krisen, denen wir begegnen, sind die Folge eines Weltbilds, das den Menschen außerhalb und über die lebendigen Systeme stellt, die uns tragen. Wir sind außerordentlich geschickt darin geworden, für die Welt zu gestalten, sie zu verwalten und ihr Ressourcen zu entnehmen. Weit weniger geschickt sind wir darin geworden, ihr zuzuhören, von ihr zu lernen und in Beziehung mit ihr zu gestalten.
R4E erforscht, was geschieht, wenn wir von einem anderen Ausgangspunkt aus beginnen: Wir sind nicht getrennt von der lebendigen Welt. Wir sind ein Teil von ihr.
Welche Zukunft könnte entstehen, wenn Menschen und die mehr-als-menschliche Welt gemeinsam gestalten?
Klassische Thinktanks nutzen vor allem den menschlichen Verstand, um Probleme zu analysieren und Ideen zu entwickeln. R4E geht von der Prämisse aus, dass Intelligenz nicht ausschließlich menschlich ist. Wälder, Böden, Pilze, Pflanzen, Tiere, Flüsse, Ozeane und Ökosysteme besitzen Formen von Intelligenz, Kommunikation, Anpassung und relationalem Wissen, die der Mensch erst in Ansätzen verstanden hat. Ein Sensing Tank erweitert den Prozess der Zukunftsgestaltung über konventionelles menschliches Wissen hinaus und schöpft aus spürenden, verkörperten und relationalen Weisen des Wissens, ökologischer Intelligenz, traditionellem und indigenem ökologischem Wissen, wissenschaftlichem und systemischem Wissen sowie Zukunftsdenken.
R4E möchte erforschen, wie Menschen lernen können, mit der lebendigen Welt zu sprechen, ihr zuzuhören und gemeinsam mit ihr zu gestalten, ohne den Anspruch zu erheben, für sie zu sprechen.
Nathalie Markiefka ist eine ökozentrische Zukunftspraktikerin, die erforscht, was möglich wird, wenn Menschen wieder in Beziehung mit der lebendigen Welt treten. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von ökozentrischer Philosophie, mehr-als-menschlichen Beziehungen, Zukunftspraxis, Ernährungssystemen und verkörperten Weisen des Wissens.
Nathalies akademischer und beruflicher Hintergrund begann in den Bereichen Klimawandel, Landwirtschaft, Ernährungssysteme und Nachhaltigkeit. Sie hat einen MSc in Climate Change, Agriculture and Food Security und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Begleitung von Arbeit zu nachhaltiger Ernährung. Diese Erfahrung gab ihr ein genaues Verständnis der ökologischen und systemischen Herausforderungen, die von zeitgenössischen menschlichen Systemen geschaffen werden, und führte sie zunehmend zu der Frage, ob technologische und systemische Lösungen allein das tiefere Problem lösen können.
Ihre Erkundung erweiterte sich hin zu stärker erfahrungsbasierten und relationalen Weisen des Wissens:
Daneben arbeitet sie seit Jahren als Moderatorin und verbindet dabei systemisches Denken, ökologisches Bewusstsein, verkörperte Erfahrung und transformative Praxis.
Nathalies Arbeit entspringt der Erkenntnis, dass das menschzentrierte Paradigma seine Grenzen erreicht hat und dass der nächste evolutionäre Schritt Demut verlangt, nicht mehr Kontrolle über die lebendige Welt. Sie interessiert sich besonders dafür, was es für Kulturen, die den Bezug zu ihrem Ort verloren haben, bedeuten könnte, wieder indigen zur Erde zu werden: ein wiedergewonnener, gelebter Sinn für Zugehörigkeit, Demut, Reziprozität und Beziehung, statt einer Aneignung indigener Identitäten oder Wissensformen.
Für Nathalie steht der Körper im Zentrum dieser Neuausrichtung: Wir sind nicht getrennt von der Erde, wir sind Erde, und unser Körper ist einer unserer wertvollsten Kanäle zum Spüren und Zuhören.